Was macht ein UX/UI Designer? Ein Tag im Berufsalltag
Aktualisiert am September 01, 2026Lesedauer: 5 Minuten
Stell dir eine App vor, mit der du in drei Sekunden ein SBB-Ticket kaufst, ohne einmal nachzudenken. Genau dafür sorgt ein UX/UI Designer – dass ein Produkt so selbstverständlich funktioniert, dass niemand über die Bedienung stolpert.
Die Frage «Was macht ein UX/UI Designer?» klingt einfach, führt aber schnell zu Verwirrung. Denn der Job besteht nicht nur aus hübschen Bildschirmen. Ein grosser Teil der Arbeit passiert lange bevor eine einzige Farbe gewählt wird. Dieser Artikel geht durch den echten Alltag, die konkreten Aufgaben und die Tools, mit denen in Schweizer Teams gearbeitet wird.
UX und UI: zwei Aufgaben, ein Ziel
UX steht für User Experience, UI für User Interface. Beide gehören zusammen, meinen aber unterschiedliche Dinge.
UX ist die Frage: Wie fühlt sich die Nutzung an? Findet jemand den richtigen Button, versteht die Person, was als Nächstes passiert, kommt sie ohne Frust ans Ziel? UI ist das Sichtbare: die Farben, die Schriften, die Abstände, die Icons. Ein gutes Interface sieht nicht nur ordentlich aus, es lenkt den Blick dorthin, wo er hingehört.
Ein konkretes Beispiel: Eine Bäckerei in Zürich will einen Online-Shop. Der UX-Teil klärt, wie viele Klicks jemand bis zur Bestellung braucht, ob der Warenkorb auf dem Handy erreichbar bleibt und ob ältere Kundschaft den Bestellvorgang versteht. Der UI-Teil entscheidet dann, wie der «Jetzt bestellen»-Button aussieht, damit er sofort ins Auge fällt. Läuft eines von beiden schlecht, bricht jemand den Kauf ab.
Was macht ein UX/UI Designer den ganzen Tag?
Der Alltag ist abwechslungsreicher, als viele denken. Ein typischer Tag springt zwischen Gesprächen, Skizzen und Bildschirmarbeit hin und her.
Am Anfang steht fast immer Recherche. Das heisst: mit Nutzerinnen und Nutzern reden, beobachten, wie sie ein bestehendes Produkt benutzen, und herausfinden, wo es hakt. Diese Erkenntnisse werden dann in Wireframes übersetzt – grobe Skizzen des Layouts, noch ohne Farben. Aus den Wireframes wird ein Prototyp, also eine klickbare Vorschau, die sich fast wie das fertige Produkt anfühlt.
Danach folgt das Testen. Man setzt ein paar Personen vor den Prototyp und schaut zu. Wo zögern sie? Wo klicken sie falsch? Diese Beobachtungen fliessen zurück ins Design. Erst am Schluss kommt der Feinschliff im Interface und die Übergabe an die Entwicklung.
Ein grosser, oft unterschätzter Teil ist ausserdem Kommunikation. Ein UX/UI Designer sitzt zwischen Product Ownern, Entwicklerinnen und dem Marketing. Entscheidungen müssen erklärt und begründet werden – mit Daten, nicht mit Geschmack.
Die wichtigsten Aufgaben im Überblick
Damit das greifbarer wird, hier die Kernaufgaben und was sie im Alltag bedeuten:
| Aufgabe | Was dahintersteckt | Typisches Tool |
|---|---|---|
| Research | Interviews, Umfragen, Analyse von Nutzerverhalten | Maze, Notion |
| Wireframing | Grobe Struktur einer Seite oder App skizzieren | Figma, Balsamiq |
| Prototyping | Klickbare Vorschau bauen und testen | Figma, ProtoPie |
| UI-Design | Farben, Typografie, Komponenten festlegen | Figma |
| Handoff | Designs für die Entwicklung aufbereiten | Figma, Storybook |
Figma taucht in fast jeder Zeile auf, und das ist kein Zufall. Das Tool hat sich in Schweizer Agenturen und Produktteams als Standard durchgesetzt, weil mehrere Personen gleichzeitig an derselben Datei arbeiten können.
Beispiele für UX-Design, die du täglich benutzt
UX-Design ist überall, wo du mit einem Bildschirm interagierst. Ein paar Beispiele, die jede und jeder in der Schweiz kennt:
Die TWINT-App reduziert eine Zahlung auf wenige Handgriffe. Das Self-Checkout an der Migros-Kasse führt dich Schritt für Schritt durch den Vorgang. Die Suchfunktion von SBB Mobile schlägt dir die passende Verbindung vor, bevor du zu Ende getippt hast. Bei allen dreien steckt viel Arbeit darin, Komplexität zu verstecken.
Schlechtes UX merkst du meist deutlicher: ein Formular, das dich nach einem Fehler alles neu eintippen lässt, oder ein Menü, in dem du dich verirrst. Genau diese Momente will ein UX/UI Designer verhindern.
Wie werde ich UX/UI Designer?
Der Weg in den Beruf ist offener, als du vielleicht denkst. Es gibt keinen fixen Studiengang, den du zwingend brauchst. Viele Designerinnen und Designer kommen aus ganz anderen Bereichen – aus dem Grafikdesign, dem Marketing, der Psychologie oder auch aus einem kaufmännischen Beruf.
Wichtig sind drei Dinge: ein Verständnis dafür, wie Menschen ticken, sicherer Umgang mit einem Tool wie Figma und ein Portfolio, das echte Projekte zeigt. Genau das Portfolio ist in Bewerbungsgesprächen der entscheidende Punkt. Ein Zeugnis überzeugt weniger als drei durchdachte Case Studies, an denen ein Team sieht, wie du denkst.
Wer strukturiert einsteigen will, für den ist ein Bootcamp eine praktische Abkürzung. In unserem UX/UI Design Bootcamp arbeitest du von Anfang an an realen Aufgabenstellungen und baust dabei genau die Projekte auf, die später in dein Portfolio wandern. Wenn du dir das Tempo lieber selbst einteilst, lohnt sich ein Blick auf den Selbstlernkurs für UX/UI Design.
Womit du am besten anfängst
Du musst nicht warten, bis du «bereit» bist. Öffne Figma, such dir eine App, die dich täglich nervt, und zeichne nach, wie du sie besser machen würdest. Genau diese Übung ist die Grundlage jedes guten Portfolios. Danach kannst du dir überlegen, ob du eine strukturierte Ausbildung dazunehmen möchtest.
Braucht der Beruf Programmierkenntnisse?
Kurze Antwort: nein, aber ein Grundverständnis hilft. Du musst nicht selbst coden können. Wenn du aber grob verstehst, was in der Entwicklung möglich ist und was aufwendig wird, sparst du deinem Team viel Reibung. Designs, die technisch nicht umsetzbar sind, landen sonst schnell in der Schublade.
Diese Nähe zur Technik ist übrigens ein Grund, warum UX/UI und Webentwicklung oft im selben Team sitzen. Wenn dich beide Seiten interessieren, findest du in der Kursübersicht von Code Labs Academy auch die passenden Programme dazu.
Lohnt sich der Einstieg in der Schweiz?
Der Bedarf an Designerinnen und Designern ist stabil, weil praktisch jedes Unternehmen digitale Produkte hat. Banken in Zürich, Versicherungen in Basel, Start-ups in Lausanne – alle brauchen Leute, die aus komplizierten Abläufen etwas Nutzbares machen. Gerade in der Schweiz ist die Erwartung an Qualität hoch, was die Arbeit anspruchsvoll und gleichzeitig gefragt macht.
Ein UX/UI Designer verbindet Neugier für Menschen mit gestalterischem Handwerk und einem Gespür für Technik. Wenn dich das anspricht, ist der beste erste Schritt ein Portfolio, das eine echte Verbesserung zeigt. Unser UX/UI Design Bootcamp mit Praxisprojekten ist genau darauf ausgelegt – melde dich an und leg los.
