Was macht ein UX/UI Designer? Aufgaben, Gehalt und der Weg dahin
Aktualisiert am July 15, 2026 Lesedauer: 5 Minuten
Stell dir vor, du willst online ein Zugticket kaufen und findest den Button für "weiter" erst nach dreimaligem Scrollen. Genau an dieser Stelle beginnt die Arbeit eines UX/UI Designers – und deshalb fragen sich in Wien, Graz oder Linz immer mehr Leute, was ein UX/UI Designer eigentlich den ganzen Tag tut.
Die kurze Antwort: Ein UX/UI Designer sorgt dafür, dass digitale Produkte verständlich, angenehm und schön zu bedienen sind. Die längere Antwort ist interessanter, weil der Beruf zwei Disziplinen verbindet, die oft in einen Topf geworfen werden – zu Unrecht.
UX und UI sind nicht dasselbe
UX steht für User Experience, also das gesamte Erlebnis, das jemand mit einem Produkt hat. UI heißt User Interface und meint die konkrete Oberfläche: Farben, Buttons, Abstände, Schrift.
Ein einfaches Beispiel. Du baust eine App, mit der Studierende in Wien ihr Öffi-Ticket verlängern. Die UX-Arbeit fragt: In welcher Reihenfolge klickt sich jemand durch? Wo steigen Leute frustriert aus? Braucht es überhaupt drei Schritte oder reicht einer? Die UI-Arbeit legt danach fest, wie der Bestätigungsbutton aussieht, ob er grün oder blau ist und wie groß die Schrift am Handy sein muss, damit man sie in der U-Bahn lesen kann.
In der Praxis übernehmen viele Designerinnen und Designer beides. In größeren Teams, etwa bei österreichischen Banken oder Handelsketten, gibt es aber oft getrennte Rollen.
Was macht ein UX/UI Designer konkret?
Der Alltag ist weniger "den ganzen Tag hübsche Screens zeichnen", als viele denken. Ein typischer Ablauf sieht so aus:
Zuerst kommt Recherche. Man spricht mit Nutzerinnen, schaut sich an, wie sie ein bestehendes Produkt verwenden, und sammelt, wo es hakt. Danach folgen Wireframes – grobe Skizzen des Aufbaus, noch ohne Farbe. Aus diesen Skizzen werden Prototypen, also klickbare Modelle, die man testen kann, bevor eine einzige Zeile Code geschrieben wird. Erst am Ende entsteht das finale visuelle Design, das dann an die Entwicklung übergeben wird.
Dazwischen liegt viel Abstimmung: mit Product Managern, mit Developern, manchmal mit dem Marketing. Ein guter Teil des Jobs ist Kommunikation und Argumentieren, warum eine Entscheidung Sinn ergibt.
Die gängigen Werkzeuge sind schnell aufgezählt. Figma ist mittlerweile Standard, auch in den meisten heimischen Agenturen und Startups. Dazu kommen Tools für Nutzertests und für die Übergabe an die Entwicklung. Wer sich einen Überblick über die Methoden und Werkzeuge verschaffen will, findet in unserem UX/UI Design Bootcamp mit Praxisprojekten einen strukturierten Einstieg.
Ist UX/UI Design ein IT-Job?
Jein. UX/UI Design gehört zur Tech-Branche und man arbeitet eng mit Entwicklern zusammen, aber es ist kein klassischer Programmierjob. Du musst nicht coden können, um als Designer zu arbeiten.
Trotzdem hilft ein technisches Grundverständnis enorm. Wenn du weißt, was in der Entwicklung leicht umsetzbar ist und was einen halben Monat Arbeit bedeutet, entwirfst du realistischer. Viele Designer in Österreich sitzen organisatorisch im selben Team wie die Developer und werden intern als Teil der Produktentwicklung geführt. Insofern: ja, es ist ein Tech-Beruf – nur eben mit anderem Schwerpunkt.
Ist UX Design schwerer als Programmieren?
Diese Frage taucht ständig auf, und sie hat keine saubere Antwort. Programmieren ist in gewissem Sinne eindeutiger: Der Code läuft oder er läuft nicht. UX Design arbeitet mit Menschen, und Menschen verhalten sich selten so, wie man es geplant hat.
Die eigentliche Schwierigkeit im Design liegt weniger im Werkzeug als im Denken. Man muss Empathie aufbringen, Annahmen hinterfragen und mit Kritik umgehen, ohne beleidigt zu sein. Wer gerne knifflige logische Probleme löst, findet Programmieren vielleicht angenehmer. Wer gern beobachtet, nachfragt und Dinge vereinfacht, fühlt sich im Design wohler.
| Aspekt | UX/UI Design | Programmieren |
|---|---|---|
| Kernfrage | Ist es verständlich und angenehm? | Funktioniert es technisch? |
| Hauptwerkzeug | Figma, Nutzertests | Code-Editor, Sprachen wie JavaScript |
| Feedback | oft subjektiv, von Menschen | meist eindeutig, vom System |
| Einstiegshürde | Denkweise, Empathie | Logik, Syntax |
| Ergebnis | Erlebnis und Oberfläche | funktionierendes Programm |
Beide Wege lassen sich lernen. Wenn du dir noch unsicher bist, hilft ein Blick auf das gesamte Kursangebot von Code Labs Academy, um Design und Entwicklung nebeneinander zu vergleichen.
Verdient man mit UX/UI Design gut?
Ja, das Feld zahlt in Österreich solide. Genaue Zahlen schwanken je nach Stadt, Firmengröße und Erfahrung, aber der Trend ist klar: Gute Designerinnen sind gefragt, weil schlechte Bedienbarkeit Firmen bares Geld kostet.
Berufseinsteiger können in Wien mit einem Bruttojahresgehalt ab etwa 35.000–40.000 Euro rechnen, in Graz oder Linz etwas darunter. Mit ein paar Jahren Erfahrung und einer soliden Mappe steigt das deutlich – Senior-Rollen oder Positionen als Product Designer liegen häufig zwischen 50.000 und 65.000 Euro brutto pro Jahr. Wer ein Team leitet oder in größeren österreichischen Unternehmen arbeitet, verdient vergleichbar gut wie erfahrene Entwickler. Den Beruf nur wegen des Geldes zu wählen wäre trotzdem der falsche Antrieb – aber finanziell muss man sich keine Sorgen machen.
Wie steige ich in Österreich ein?
Ein Studium ist keine Voraussetzung. Was zählt, ist ein Portfolio, das zeigt, wie du denkst und arbeitest. Personaler in heimischen Agenturen schauen zuerst auf konkrete Projekte, nicht auf Zeugnisse.
Der Quereinstieg funktioniert für viele über ein Bootcamp, weil man dort in wenigen Monaten an echten Projekten arbeitet und am Ende genau diese Mappe hat. Wichtig ist der praktische Anteil: Wireframes bauen, testen, überarbeiten, präsentieren. Wer berufsbegleitend oder neben dem Studium lernen möchte, kann sich das UX/UI Design Kurs im eigenen Tempo ansehen, das zeitlich flexibel bleibt.
Danach zählt Übung. Redesigne eine App, die dich täglich nervt. Dokumentiere, warum du welche Entscheidung getroffen hast. Genau diese Begründung ist es, die im Vorstellungsgespräch überzeugt.
UX/UI Design verbindet Beobachtung, Kreativität und ein bisschen Technikverständnis zu einem Beruf, der gut bezahlt und gefragt ist – ganz ohne Programmierpflicht. Wenn dich das anspricht, sieh dir die Preise und Optionen des UX/UI Design Bootcamps an und finde heraus, welcher Lernweg zu deinem Alltag passt.